Datensouveränität als Architekturprinzip
Cloud-Entscheidungen sind Souveränitätsentscheidungen
Mit jeder Cloud-Migration entscheidet sich, unter welcher Jurisdiktion Daten verarbeitet werden, wie tief Zertifizierungen tatsächlich reichen und wie abhängig eine Architektur von einem einzelnen Anbieter wird.
Außereuropäische Hyperscaler unterliegen Regelwerken wie dem Cloud Act. Das erschwert Auftragsverarbeitungsverträge und technisch-organisatorische Maßnahmen.
Nicht jedes C5-Testat deckt den gleichen Scope ab. Der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2, sowie zwischen einzelnen Services und der gesamten Plattform, entscheidet über die tatsächliche Prüftiefe.
Proprietäre APIs und Formate binden Workloads an einen Anbieter. Ein späterer Wechsel wird technisch und wirtschaftlich aufwendig.
Vertraglich geregelte Ausstiegsszenarien und Datenexport gehören bei öffentlichen Ausschreibungen zu den Standardanforderungen der EVB-IT Cloud. Seit dem Data Act sind Anbieterwechsel zudem in Teilen rechtlich verpflichtend.
Echte Cloud-Souveränität
Unsere individuelle Cloud-Lösung gewährt Ihnen die Freiheit und Kontrolle, die für den Schutz und die Autonomie Ihrer Daten vonnöten sind. Erfahren Sie mehr über die echte Souveränität in einer Cloud, in der Datensicherheit, operative Unabhängigkeit und technologische Freiheit nicht bloße Ziele, sondern gelebte Realität sind. Ihre digitale Infrastruktur, die ausschließlich Ihren Regeln folgt.
Datensouveränität
Organisationen müssen sicherstellen, dass ihre Daten stets den rechtlichen Rahmenbedingungen ihres Heimatlandes unterliegen. Dies bedeutet, dass die Speicherung und Verarbeitung von Daten in Übereinstimmung mit der DSGVO und anderen lokalen Gesetzen erfolgen muss. Die Einhaltung dieser Gesetze ist nur garantiert, wenn Daten nicht durch ausländische Gesetzgebung, wie den US CLOUD Act, bedroht werden. Eine souveräne Cloud-Lösung ist daher vollständig in Europa verankert und gewährleistet, dass Daten in europäischen Rechenzentren verarbeitet werden.
Betriebliche Souveränität
Unternehmen und Organisationen müssen jederzeit volle Transparenz und Kontrolle über die betrieblichen Abläufe der genutzten Cloud-Lösung haben. Dies bedeutet, dass Kunden detaillierten Einblick in die Sicherheitsprotokolle, den Betrieb und die Infrastruktur haben und notwendige Änderungen eigenständig initiieren können. Eine Einschränkung dieser Kontrolle durch externe Anbieter oder Drittparteien muss ausgeschlossen sein. Im Vergleich zu US-Lösungen, bei denen der Zugriff oft eingeschränkt ist, bieten souveräne Cloud-Lösungen diese Transparenz und Kontrollmöglichkeiten von Beginn an.
Technologische Souveränität
Eine wirklich souveräne Cloud-Lösung bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre technologische Basis selbst zu verwalten und zu kontrollieren. Dabei sollte die Wahl der genutzten Technologien offen und flexibel sein, sodass Organisationen nicht in Abhängigkeit von bestimmten Anbietern geraten. Offene Standards und Open-Source-Lösungen spielen hier eine zentrale Rolle, da sie sicherstellen, dass Systeme anpassbar und interoperabel bleiben. Dies schützt vor langfristigen Kostenfallen und technischen „Lock-ins“, die bei proprietären Systemen oft auftreten.
Wirtschaftliche Souveränität
Die Nutzung von Open-Source-Technologien ermöglicht Unternehmen, sich von marktbeherrschenden Cloud-Anbietern zu lösen und teure Lizenzgebühren zu vermeiden. Dadurch bleiben Investitionen und technologische Kompetenzen im eigenen Land, was die lokale Innovationskraft stärkt und neue Arbeitsplätze schafft. Zudem bietet Open Source Planungssicherheit, da Unternehmen und Organisationen nicht von plötzlichen Änderungen im Lizenzmodell proprietärer Anbieter betroffen sind. Diese Unabhängigkeit unterstützt eine stabile, langfristig planbare digitale Infrastruktur und stärkt gleichzeitig die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und nationale Souveränität.
Zertifizierungen & Standards






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Ist eine Exit-Strategie gesetzlich vorgeschrieben?
Seit Inkrafttreten des Data Act (Verordnung (EU) 2023/2854, September 2025) ist der Anbieterwechsel in Teilen rechtliche Pflicht. Die Artikel 23 bis 31 verpflichten Cloud-Anbieter, technische Wechselhindernisse zu beseitigen, Switching-Entgelte bis Januar 2027 auf null abzubauen und Datenportabilität standardmäßig zu gewährleisten. Offene Schnittstellen und standardisierte Datenformate erfüllen diese Anforderungen strukturell.
Garantiert GAIA-X digitale Souveränität?
Nicht uneingeschränkt. Führende US-Hyperscaler wie AWS, Microsoft und Google sind Mitglieder der Initiative, was ursprüngliche Souveränitätsziele strukturell einschränkt. GAIA-X bleibt als Rahmen für Interoperabilitätsstandards relevant, ist aber kein Garant für Unabhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern. Entscheidend sind die konkreten technischen und vertraglichen Anforderungen im Einzelfall.
Ist der EUCS bereits als Referenzrahmen nutzbar?
Nein. Das European Cybersecurity Certification Scheme for Cloud Services wird seit 2019 entwickelt und ist bis heute nicht in Kraft. Ein verbindlicher EUCS ist nicht vor 2027 zu erwarten, der genaue Inhalt bleibt offen. Belastbar für aktuelle Beschaffungsentscheidungen sind etablierte Standards wie BSI C5 und IT-Grundschutz.
Was ist der Deutschland-Stack?
Der IT-Planungsrat hat die Initiative im März 2026 formal beschlossen und den Sovereign Cloud Stack damit als technische Grundlage für eine gemeinsame digitale Infrastruktur der öffentlichen Verwaltung in Bund und Ländern festgelegt. Er verbindet den offenen technischen SCS-Standard mit einem föderalen Umsetzungsauftrag.
Betrifft NIS2 auch Cloud-Anbieter?
Ja. Seit 6. Dezember 2025 gilt das NIS2-Umsetzungsgesetz und erweitert den Kreis der verpflichteten Organisationen auf rund 30.000 Einrichtungen in 18 Sektoren. Cloud-Anbieter sind als Teil der IKT-Lieferkette explizit einbezogen. Bei proprietären Anbietern ohne vollständige Infrastrukturtransparenz ist der geforderte Nachweis strukturell schwerer zu führen als bei auditierbaren Open-Source-Lösungen.
Garantiert Open Source allein bereits Souveränität?
Nein. Auch vorkonfigurierte „souveräne" Plattform-Stacks können strukturelle Lock-in-Effekte erzeugen, wenn zentrale Komponenten wie Identitätsmanagement oder Kubernetes-Distributionen fest vorgegeben sind. Entscheidend ist die tatsächliche Austauschbarkeit einzelner Komponenten, die Offenheit der Schnittstellen sowie die Fähigkeit, den Betrieb unabhängig vom ursprünglichen Anbieter fortzuführen.
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